Die Wintersonnwende

Unsere Vorfahren feierten schon vor Urzeiten ein großes Fest in diesen Tagen. Monate der Dunkelheit und der Entbehrungen lagen hinter ihnen. Met und Wein flossen in Strömen, Süßigkeiten und frisch Gegrilltes wurden verschlungen.

Die Wintersonnwende war nicht nur ein astronomisches Ereignis, sondern die Hälfte der schweren Zeit war vorüber, die Nächte wurden fortan kürzer, die Sonne ließ sich schon bald wieder frühmorgens über den Baumgipfeln blicken.

Ganz anders und doch gleich ist es in diesen Tagen. Kaum einer, außer den Eigentümern von Online- und E-Commerce-Unternehmen vielleicht, und freilich denjenigen, die in diesem Jahr geboren wurden, wird 2020 eine Träne nachweinen. An Nahrung hat es uns nicht gemangelt, wohl aber manches Mal an sozialer Nähe, guten Gesprächen in kleineren oder größeren Runden, Fröhlichkeit, inspirierender, kultureller Abwechslung, Urvertrauen und einem strahlend-hoffnungsvollen Ausblick auf das, was da kommen mag.

Unsere Ahnen schrieben die Beschwernisse und Schicksalsschläge, die ihnen gerade der Winter brachte, bösen Geistern zu. Deshalb vertrieben sie sie mit wildem Krach, ausgelassenen Tänzen und furchterregenden Masken. So ist es sonst auch heute noch bei uns zu Silvester Brauch. Und wahrlich, einige üble Geister wären auszutreiben. Doch heute wissen wir, es gibt keine Dämonen und Hexen, wir brauchen keine Böller und kein Feuerwerk, um sie zu verjagen. Sondern unseren wachen Verstand, unsere Kreativität und unseren Mut.

Möge dies das Gute sein, das uns 2020 gebracht hat: „Sapere aude“! Wagen wir es, uns unseres Verstandes zu bedienen. Unseres Verstandes – und keiner künstlichen Intelligenz, keinen uns nach Algorithmen gezielt vorgesetzten Medienhäppchen und Smartphones, die vorgeben, uns das Denken abnehmen zu können. Unser Gehirn ist wie ein Muskel, der erschlafft, wird er nicht genutzt. Setzen wir also so begeistert wie bedacht auf die Segnungen der Digitalisierung, aber fallen wir nicht auf ihre Irrwege, Abgründe und die mit ihr kommenden modernen Rattenfänger herein. Behalten wir das Bewahrenswerte, schneiden wir frohgemut alte Zöpfe ab und ergreifen wir beherzter denn je die Chancen, die sich sich bieten.

Dann können die 2020er zur goldenen Ära werden. So dass wir in 10 Jahren zurückschauen und sagen können, das Jahr 2020 war hart, aber es war die Grundlage für den Schub, der danach kam. Wir haben es, wie immer, in unserer Hand. Nur diesmal geht es um mehr als üblich. Packen wir kraftvoll an.

In diesem Sinne: Das VALUTA-Team wünscht allen Partnern, Mitarbeitern Freunden, Kunden, Kandidaten und Lesern ein Frohes Neues 2021!